Mama am Rande des Nervenzusammenbruchs

Der ganz normale Wahnsinn

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Es war kurz vor Weihnachten.

Der ganz normale Wahnsinn.

Wochenlang sich abwechselnde Infekte bei drei Kindern, ich selbst drei Wochen am Stück krank. Die! Geschenkefrage und Organisation, die alltägliche Anstrengung drei Kinder durch die Gegend zu kutschieren. Ja selber schuld – ich weiß – hätten wir Grundschule und Kindergarten um die Ecke gewählt, dann wäre alles einfacher. Am Nachmittag kommen die großen Kinder teils mit ihrem eigenen Frust wieder nach Hause. Wenig Zeit für Begegnungen. Viel Trubel. Gerade in der Weihnachtszeit. Blöd. Nächstes Jahr mach ich das anders… am Nikolaustag war ich soviel unterwegs, dass ich an einem Tag zwei Mal geblitzt wurde.

Atemlos durch den Tag… großes Kino für uns vier.

Zudem: Die dunkelste Zeit des Jahres. Wenig Zeit für Bedürfnisse der Mama, der Eltern. Mit anderen Worten: ANSTRENGEND!!!

Und um mich herum schien es vielen Mamas so zu gehen. Als ich mich mit drei Freundinnen zum Essen traf, veranstalteten wir ein Pfeifkonzert. Wir pfiffen alle aus dem allerletzten Loch.

Ich habe zwar mittlerweile einen integrierten Dankbarkeitsmuskel im Gehirn aber ganz ehrlich: irgendwann ist auch das bewusste dankbar sein nur eine Strategie, die nicht mehr so richtig greift. Dennoch rettet sie mich oft vor schlechter Laune und bringt mich zurück zur Eigenverantwortung und dem, was ich aktiv tun kann, um eine positive Veränderung zu erreichen.

Dreitageskurs Vipassana Meditation

Um aufzutanken, bin ich also am 20.12. für drei Tage zum Meditieren gefahren. Es fühlte sich zwar merkwürdig an, alles einschließlich der letzten Weihnachtsvorbereitungen und den drei Kindern meinem Mann zu überlassen aber mir ging es echt nicht gut und der Meditationsplatz für die Vipassana Meditation will auch bereits drei Monate vorher gebucht sein, sonst ist alles sofort ausgebucht.

Dann ist tatsächlich noch unser Auto kaputt gegangen! und ich war kurz davor daheim zu bleiben. Unglaublicherweise konnten wir spontan zwei (!) Autos leihen, so dass ich mich

mit meinen Lieblings CDs (ja CDs!) auf der Autobahn wieder fand und auch Axel und die Kinder noch ein Auto hatten für meine Abwesenheit.

Mein Mann hat selber einen 10 Tagesvipassanakurs gemacht und auch davor schon regelmäßig meditiert, sodass ich seine Unterstützung hatte.

UND ES WAR SOOOO GUT!!! Drei Tage aussteigen. Drei Tage aussteigen aus dem Alltagsstress, aus dem funktionieren müssen, aus dem kümmern, alles abchecken, alles bedenken, schlichten, trösten, kochen, aufräumen etc. pp. Von präsent sein mit den Kindern konnte gar keine Rede mehr sein. Ich war nur noch am hinterherhecheln.

Also: Drei Tage durchschlafen. Drei Tage bekocht werden! 3 Tage Stille. 3 Tage Schweigen. Jaaa!Keiner quatscht mich an. Das oder so ähnlich waren meine Erwartungen. Bzw. ich wusste ja, was auf mich zukommt. Mal kurz aufatmen im Trubel des Lebens.

Die erste „Alleinezeit“ seit 7 Jahren!

Zwischen 2007 und 2011 habe ich an vier Zehntageskursen teilgenommmen und die gehören definitiv zu den entspannendsten Zeiten in meinem Leben! So etwa wie vier Wochen Asienurlaub vom Effekt. Das ist schwer erklärbar, das muss man erlebt haben.

Raus aus dem Alltag

Ich hatte die tägliche Hin- und Her Karrerei der zwei älteren Kinder und das „sie abgeben“ in den letzten Monaten als sehr fremdbestimmt erlebt. Der Kleine sitzt viel im Auto und der ganze Tag ist von den Hol- und Bringzeiten der Institutionen bestimmt. Nicht von meinem Rhythmus, nicht vom Rhythmus der Kinder. Für mich kein gutes Gefühl.

Aussteigen aus 20000 Gedanken am Tag

Was ich am meisten entlastend und erfrischend empfand in den drei Tagen, war das Aussteigen aus meinen eigenen Gedankenmustern und einzutreten in einen leeren Raum in mir, indem alles möglich ist.

Die Vipassana Meditation ist eine Technik, die Konzentration und Ruhe und Frieden bringt.

Dabei ist mir dieses Mal aufgefallen, wie nah sie an unseren Familienwerten für die Begleitung unserer Kinder ist.

Beobachten – nicht bewerten.

Das sind die zentralen Qualitäten. Dazu kommt: Fokus halten. Eine Parallele zur gewaltfreien Kommunikation. Auch geht es darum zu beobachten und möglichst nicht zu bewerten. Den Fokus im „präsent sein“ zu halten.

Wenn man bedenkt, dass wir ca. 20 000 Gedanken am Tag haben und die meisten davon unbewusst ablaufen UND immer die Gleichen sind – ja dann lässt sich vielleicht erahnen, was es mit einem macht, wenn man elf Stunden am Tag meditiert und aus seinem eigenen permanent ablaufendem Gedanken Karousell aussteigt. Es bringt Erleichterung und Entspannung.

Oft sagen Menschen: „10 Stunden am Tag Meditieren – das könnte ich nicht“ oder „das will ich nicht“ aber das ist meiner Ansicht nach doch nur der Verstand, der abwehrt, dass er nicht mehr so wichtig sein könnte. Dass er seine Bedeutung verlieren könnte. Ja ja, wir hier in unserer kopfgesteuerten Welt. Und ich glaube, viele vermuten, das kann einfach nicht entspannend sein.

Und es ist auch die Angst Kontrolle zu verlieren. Das Gewohnte zu verlassen. Gehirnimmanente Energiesparmaßnahme nennt man das. Das Gehirn spart evolutionsbedingt gerne Energie, das macht es u.a. so schwer gewohnten Pfade zu verlassen, welche auch immer das sind.

Ich werde jedenfalls so schnell wie möglich den nächsten Dreitageskurs machen. Im Frühjahr.

Nach zwei Wochen im Alltag verblasst die Erfrischung. Ich meditiere zu Hause auch noch aber den Raum dafür freizuschaufeln, gelingt mir nur manchmal. Und mal Abstand zu bekommen zum Alltäglichen und eine andere Sichtweise zu entwickeln – DAS ist Gold wert. Kennt man ja aus dem Urlaub.

Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass ich viel leichter einschlafe, wann immer ich im Bett beginne zu meditieren : ).

Von meiner Seite eine ganz klare Empfehlung, einmal im Leben einen 10 Tageskurs auszuprobieren. Eine riesen Bereicherung aus meiner Sicht.

Wer mehr über diese Meditation erfahren möchte klickt hier https://www.dhamma.org/de/schedules/schdvara für die offizielle Seite des Vipassanazentrums Deutschland in Triebel, die ich sehr ansprechend und informativ finde.

Hier ist meine Kurzzusammenfassung:

Die Vipassana Meditation in der Tradition wie sie S.N. Goenka selbst überliefert bekam

Die Vipassana Meditation ist direkt auf den historischen, bekannten Gautama Buddha zurückzuverfolgen.

Es ist eine Technik, die frei ist von weltanschaulichen Dogmen oder religiösen Inhalten.

Wie andere „Ismen“ wurde auch der Buddhismus von Menschen entwickelt, die in dem Fall Anhänger des Buddha waren aber die Vipassana Meditationstechnik ist davon unabhängig. Die gab es schon vorher.

So wird auch in den Vipassana Zentren nach Goenka auf der ganzen Welt jeder Mensch aufgenommen, der ernsthaft versuchen möchte, diese Technik zu erlernen unabhängig von Religion oder Rasse, Alter etc.

Es gilt nur, sich für die Dauer des Aufenthalts an einige Regeln zu halten, wie zu schweigen, keinem Wesen Leid anzutun -was auch vegetarisch essen beinhaltet-, nicht zu rauchen etc. Frauen und Männer sind die meiste Zeit getrennt.

Erlernbar ist die Methode dieser Schule, die von sich sagt, sie sei in dieser Form direkt auf den historischen Buddha zurückzuführen ausschließlich in 10 Tageskursen. Das ist die Zeit, die es braucht, um eine nachhaltige Einführung und Übungspraxis zu erlernen.

Es gibt auch andere Vipassana Traditionen, die z. Bsp. noch das Gehen integrieren.

Kosten: Vipassana Meditation nach Goenka finanziert sich ausschließlich durch Spenden.

Nachtrag: Jetzt ist Mitte April und ich hechel schon wieder..ich war zu spät dran mit der Registrierung und habe nun einen Wartelistenplatz für Juni. Ich hoffe, ich komm rein: ).

Ein Tag voller Fülle

Fülle des Lebens
Wow was für ein reicher Tag!❤❤❤
Heute Morgen bin ich nach einer miesen Nacht das zweite Mal diese Wochenende 5 Rhythmen tanzen gegangen

5 Rhythmen Flyer

…mein Mann hütete die Kinder, kochte Kürbissuppe und ich durfte mich nach dem Tanzen an den gedeckten Tisch setzen.
Minisohnkind hat mich wenig schlafen lassen heute Nacht und ich hab’s nicht gut ausgehalten hier heute Morgen. Die Kinder waren so laut…
Nachmittags sind wir dann zur Demo für den Hambacher Wald mit den Rädern in die Stadt gefahren und waren zwei Stunden dabei.

Demo für Erhält des Hambacher Walds in Karlsruhe

Mir war wichtig den Kindern mal wieder zu ermöglichen zu sehen, was Menschen tun können, um Haltung und Werte zu zeigen. Meine Tochter hat ihr erstes politisches Statement

Die Bäume sollen wachsen

als Kreidebild veröffentlicht und Sohn 1 (4), hat heute angefangen zu schreiben

Ich wel (will) mea ( mehr) Kole ( Kohle)..( hat was falsch aufgeschnappt mit der Kohle und so…)

…es ist sooo schön zu sehen, dass unsere „Taktik“ mit dem beiläufigen Lernen und Inspirationsreize setzen so aufgeht. Wir haben ihn nie gedrängt und Jungs sind ja mit dem Feinmotorikkram von sich aus deutlich später dran als Mädchen! Er hat heute Morgen, als ich tanzen war, seinen Namen auf Bilder von sich geschrieben und dann bei der Demo mit Feuereifer, mit Kreide auf den Boden…habe vor zwei Wochen etwa ein Alphabet Plakat an die Klotür gehängt und ihn dann beim Klogang immer das ABC Lied singen hören😂😂Nach der Demo waren wir Kuchen essen und konnten draussen in der Sonne sitzen und mit Freunden quatschen

Mama Sohn Liebe

…so ein schöner, friedlicher Tag🙏..Danke Universum, higher Power…

Wie ein Übergangsfest die Persönlichkeit Deines Kindes stärkt

Ein Übergangsfest zur Persönlichkeitsstärkung Deines Kindes

Kurz vor der Einschulung feierte ich für meine Tochter ein Mädchenfest. Sozusagen ein Übergangsritual vom kleinen Kind zum Mädchen. Gesellschaftlich gesehen vom Kindergarten- zum Schulkind. Die Anthroposophen würden sagen, zum Abschluss des ersten Jahrsiebtes.

Kurz vor Eintreffen der anderen Mädchen

Meine Intention war diesen Übergang zu würdigen, als ich sie fragte, ob sie ein Mädchenfest feiern mag, weil sie ja jetzt ein großes Mädchen wird. Und sie hatte Lust dazu!
Meine mütterliche Motivation dazu entstand aus meiner eigenen systemischen und schamanischen Arbeit und Entwicklungsprozessen zur Identitätsstärkung sowie der intensiven Beschäftigung mit weiblichen und männlichen Archetypen und dem, was uns trägt.

Übergänge bewusst begehen und gestalten

Ich hab‘ selber erfahren, wie wichtig es ist bestimmte Übergänge im Leben bewusst zu begehen, um die eigene Ausrichtung klar zu spüren. Da hilft ein klares Ende und ein klarer Anfang eines neuen Lebensabschnitts. Ich durfte da einige Übergänge nachholen und habe enorme Kraft und Stärkung daraus gezogen.

Im Kindergarten meiner Kinder gibt es zur Verabschiedung auch ein schönes Ritual im Kreis. Anschließend ein Rauswurf mit der Seilspinne.

Seilspinne

Da ich aber vom Familienstellen und aus der schamanischen Arbeit über die Kraft der gleichgeschlechtlichen Identitätsstärkung weiss, wollte ich meiner Tochter das auch gern mit auf den Weg geben. „Wie ein Übergangsfest die Persönlichkeit Deines Kindes stärkt“ weiterlesen

Familienplanung: Die Wahrheit übers dritte Kind

Wächst das dritte Kind wirklich unterm Tisch auf?!

„Das dritte Kind wächst unterm Tisch auf. Wer kennt den Spruch nicht, wenn’s um das Thema Familienplanung geht.

DIE Wahrheit übers dritte Kind gibt es so natürlich nicht. Es ist unsere Wahrheit und ein Ausschnitt der Wahrheit bekannter und befreundeter Familien, über die ich hier schreibe.

Begegnungen

Ich war hochschwanger und traf Pola auf dem Parkplatz des Drogeriemarkts um die Ecke wieder. Ihr drittes Kind, ein Junge, war da eineinhalb. Wir kannten uns aus der U3 Spielgruppe und ich mochte sie gern. Die Familie war vor einem Jahr in ein Ökohaus auf dem Land gezogen.
„Ha, mir mergeds scho, s‘ Dridde!“ ( auf schwäbisch, Übersetzung: Wir merken es schon, das dritte Kind).☺
Ihr Satz hallte noch in meinem Kopf nach, als wir uns nach einem netten Parkplatzgespräch verabschiedet hatten. Was meinte sie wohl? Mein Mann und ich fragten uns immer mal, wie das wohl so werden würde, mit noch einem Kind. Ohne Oma, Opa, Tante , sonstwen ums Eck. Die ersten Beiden waren bei uns damals viereinhalb und zweieinhalb. Die Grosse vier Tage für vier Stunden im Kindergarten und der Kleine seit neustem 15 Stunden wöchentlich beim Tagespapa. Bedürfnisorientiert begleitet.

„Und, wie isses so zu fünft?“ Meine Frage an meine Freundin, nachdem ihr drittes Kind, ein süßes Mädchen, acht Wochen alt war. Die Geschwister waren älter und etwas weiter auseinander als unsere Kinder. Die Antwort: „Ha, du musst dich halt ans Chaos gewöhnen!“ Aha. Na toll, auf Chaos hatte ich als Jungfrau nun wirklich keine Lust.

Also ich hatte ganz schön Respekt. Meinen Sohn stillte ich auch noch. Das hatte beim Wechsel von einem auf zwei Kinder jedenfalls gut funktioniert. Erst mal Tandemstillen.

Um es auf den Punkt zu bringen nach dieser Einleitung: wir sind täglich entzückt über unser süßes drittes Kind, über alle Drei und wie sie so miteinander sind. Natürlich ist es manchmal oft megaanstrengend aber es ist eben auch wunderschön. Wären wir nicht schon etwas älter, ernsthaft: wir würden über noch eins nachdenken.
Ernsthaft♥️.
Aber mein Mann und ich verstehen uns auch supergut ( https://drei-leben-mehr.com/eltern-sein-paar-bleiben-trotz-attachment-parenting/ ) und sind uns einig, wie wir die Kinder begleiten, welche Werte wir leben, wir haben unser Leben vor den Kindern schon ganz schön gerockt und intensiv gelebt.

Wir haben ein Haus mit Gärtchen vorne und hinten in einer kindertauglichen Gegend. D.h. Tür auf – Kinder raus ist möglich. Das erleichtert den Alltag.

Ja, es ist manchmal chaotisch und was ich persönlich am anstrengendsten finde, ist das ungleiche Energieverhältnis. Zwei Erwachsene auf drei Kinder. Immer. Auch wenn einer von uns plus Kinder krank ist.
Eine andere Freundin sagte dazu. Zwei Kinder – Manndeckung, drei Kinder – Raumdeckung. Da ist was Wahres dran.
Aber so wie beim anfänglichen „Zweiten-Kind-Schock“, wie eine andere Freundin sagte, so krass ist die Umstellung nicht. Man kennt als Eltern ja schon, wie das mit mehreren Kindern ist. Und die Kinder kennen auch schon wie es ist mit Geschwistern ist.
Und ich hab‘, nachdem das zweite Kind etwas älter war, gedacht: eigentlich schade, jetzt wissen wir so richtig wie‘s geht mit den Kindern und sollen schon aufhören mit Kinder kriegen?
Die Routine und Sicherheit sind gross nach zwei Kindern mit geringem Altersabstand. Und nein – ich hatte kein Highneedkind dabei. Aber wohl eine chronische Erkrankung bei den „Grossen“, die uns das Leben immer wieder total schwer gemacht hat. Magenreflux. Gott sei Dank mittlerweile ausgeheilt.

Auf ein viertes Mal Zahnen hätte ich jetzt aber auch nicht unbedingt  Lust. Ganz ehrlich.
Allerdings haben unsere Sozialkontakte in den letzten zwei Jahren deutlich gelitten ( so alt ist der Kleinste jetzt), da die Alltagsbewältigung doch deutlich mehr Energie braucht als vorher. Fünf ist anders als vier. Eindeutig.

Jedenfalls war ich deutlich unflexibler und hatte einfach weniger Raum und Kraft für Anderes als die Familie und meine Grundbedürfnisse). Das ändert sich jetzt langsam wieder. Manche Freunde konnten das leider nicht nachvollziehen oder haben vergessen, wie anstrengend es bei Ihnen war, als ihr Kind noch klein war…das war und ist manchmal nervig, dieses Unverständnis, da hätte ich mir mehr Empathie gewünscht. Aber wer selbst keine drei Kinder hat, weiss eben auch nicht wie das ist. Und wer „nur“ eins hat – da liegen Welten dazwischen.

Doofe Sprüche

Abgesehen von den doofen Sprüchen zum eigenen Sexualleben, wie neulich am Freibadkiosk: „alles ihre? Da waren sie aber fleissig!“ Also echt, voll daneben.
Da konnte ich nix drauf sagen. Was auch? Ja, wir vögeln halt gern? Weil man ja mit kleinen bedürfnisorientierten Kindern auch sooo ein ausgeprägtes Sexualleben hat…

Abgesehen davon sehen wir viele freudige Augen, wenn wir mit den Kindern irgendwo anrücken. Man merkt zwar schon, dass in Deutschland die Akzeptanz für Kinder meilenweit entfernt ist von kinderfreundlicheren Kulturen wir Italien, Spanien, Irland, Holland….aber nun ja…

Dann gibt es noch das Thema mit dem „Mittleren“. “ Passt auf den Mittleren auf! Dass der nicht unter die Räder kommt!“ So die Empfehlung eines Kollegen an meinen Mann. Ja, das machen wir, denn das mittlere Kind ist ( noch) nicht so eloquent wie die Älteste und bekommt nicht so viel Aufmerksamkeit wie das Jüngste.

Immer wieder bekommen die grösseren Geschwister kleine und grössere Exlusivzeiten, wenn wir das Gefühl haben, sie brauchen das. Das tut ihnen immer gut. Meistens kleine Spaziergänge und ganz ehrlich: ich geniesse diesen kurzen Auszeiten auch. Es stellt Nähe her und nährt unsere Beziehung.

 

Jetzt gerade freuen wir uns, dass der Kleinste angefangen hat zu sprechen und seit drei Wochen keine Windeln mehr braucht. Die Tagesmutter ist schon gebucht ab nächstem Monat. Yeah!!! Drei mal fünf Stunden nicht unterbrochen werden ! Yeah! Ich werd Bäume ausreissen und die Welt erobern!!

Fazit

Haben wir es jemals bereut die Familienplanung um das dritte Kind erweitert zu haben? Nein. Niemals. Aber sehr wohl gedacht, puh…wir schaffen‘s gerade nicht und müssen es ja doch irgendwie hinkriegen… Trotz tatkräftiger Unterstützung von Freunden: manchmal konnte ich nur noch alle Viere von mir strecken und kapitulieren…Aber ein Kleinkind im Haus ist ja wie eine Sonne, die dauernd aufgeht…so süss, so rein, so offen, so liebend, so eine grosse Freude…einfach ein wunderbares Wesen, ein Geschenk.♥️
Also, wenn ihr eine gute Partnerschaft habt und Euch gegenseitig unterstützen könnt: ich kann ich es nur empfehlen das dritte Kind!
Auf geht’s! Vögeln!

Eltern sein – Paar bleiben♥️

Eltern sein – Paar bleiben

Da saßen wir nun. Brotfertig, platt, leer vor uns hinstarrend. Ja, es ist manchmal nicht leicht als Paar noch existent zu sein, wenn man den Alltag mit drei Kindern und noch das Drumherum rocken muss. Abends liegen wir meistens kaputt auf der Couch, nachdem wir das Nötigste an Ordnung wieder hergestellt haben und versuchen noch sinnvolle Sätze zu formulieren.

Mit jedem Kind ist es gefühlt weniger Zeit, die wir exklusiv miteinander haben. Abends können nicht nur ein Kind, sondern drei  aufwachen und wollen wieder in den Schlaf begleitet sein. Abgesehen davon, dass wir sie alle drei erstmal INS Bett UND zum Schlafen bekommen müssen, ohne dass sich jemand eine ernsthafte orthopädische Verletzung holt auf dem Weg in die Horizontale.

Quiiie-bong-quiiie-bong!! um es mit Findus zu sagen.😼

Und ohne, dass einer von uns einen abendlichen Nervenzusammenbruch erleidet.

Alle drei Kinder sind bei uns familiengebettet und langzeitgestillt, das erschwert die Lage.

Oder erleichtert die Lage?

Bedürfnisorientierte Elternschaft

Bedürfnisorientierte Elternschaft bringt Entspannung ins Familienleben und davon profitieren alle. Auch die Paarbeziehung finde ich. Wie wichtig Entspannung für das Familienleben ist, kann sicher jeder nachvollziehen.

Und wie geht jetzt bedürfnisorientierte Elternschaft? Wie soll und kann das  gehen mit der Paarzeit als Eltern? Oder gar der Paarungszeit🙃?

Albträume, Magen-Darm, quersitzende Pupse, aktuell die Hitze usw.  potenziert mit dem Faktor 3 machen die Feierabende nicht so richtig planbar.

Man muss das schon wollen und auf dem Schirm haben bei all den Schauplätzen, um die sich gekümmert werden will in einer Familie mit Kindern.

Mit „das“ meine ich die Paarbeziehung.

Und das ist glaube ich der erste wichtige Punkt. Bewusstheit und der Wunsch als Paar zu existieren. Sich neu zu erfinden. Das nicht aus den Augen zu verlieren.

Zeitfenster effektiv nutzen.

Klingt unromantisch? Joa, ich kenne Romantischeres, als drei Kinder zu haben.

Bei uns sieht es so aus, dass wir wöchentlich eine Babysitterin haben, die an einem Tag um 17.30 für zweieinhalb Stunden kommt, dann gehen wir aus dem Haus. Essen gehen oder Minipicknick mit Decke auf der Wiese, Frühvorstellung im Kino. Galerie wäre auch denkbar. Was auch immer.

Und ja! Diese zwei Stunden sind gefühlt total wichtig!! Schaffen Raum für uns.

Punkt 2.

Sich den Raum nehmen.

Es gibt Tage, da können wir keine zwei Sätze miteinander sprechen, ohne durch irgendetwas unterbrochen zu werden.  Da sind zwei Stunden Qualitätszeit viel. Und eine Routine, in der wir unsere Beziehung als Paar, jenseits von Mama und Papa sein pflegen.

Bei uns ist das der Donnerstag. Wir besprechen grob das kommende Wochende sowie das Ein oder Andere, was uns alle betrifft aber vor allem verbringen NUR WIR ♥️♥️Zeit zusammen.

Das tut gut.

Punkt 3 auf der Agenda: Kurze Zwiegespräche.

Kurze WAS?

Zwiegespräche

Regelmässige Zwiegespräche nach Lukas Müller in einer von uns für Grossfamilien abgewandelten Form. Mein aboluter High Quality Geheimtip.

Das geht so:

Abwechselnd spricht jeder von sich fünf Minuten über folgende Themen:

1. Wie geht’s mir mit mir gerade? Was ist da los?

2. Wie geht’s mir mit dem Partner gerade? Was ist da so los?

3. Wie geht’s mir mit anderen Menschen in meinem Umfeld gerade?

Regeln:

einer guckt auf die Uhr und behält den Rahmen zeitlich im Auge.

Und: ganz wichtig ist die Form, WIE wir von uns sprechen. Nämlich gewaltfrei, d.h. in ICH Form, ohne den Anderen zu bewerten, zu beschuldigen, zu analysieren etc.

Wie geht es MIR mit…

Das ist erst mal schon eine Herausforderung. Weil wir das so nicht gewohnt sind. So zu kommunizieren.

Der letzte wichtige Punkt für die Gesprächstruktur ist, dass während des Zwiegesprächs nicht diskutiert, kommentiert etc. wird. Die Person, die nicht spricht hört NUR zu.

Dann direkt der Wechsel.

Das ganze Zwiegespräch dauert so ungefähr vierzig Minuten in unserer Variante. Angepasst ist es insofern, dass ursprünglich fünfzehn Minuten pro Thema pro Person angedacht sind, also insgesamt neunzig Minuten dauert. Für Grossfamilien finden wir fünf Minuten schon toll, ausserdem realistischer und:

WIRKLICH wahr!!! Effektiv und verbindend.

Es tut jedes Mal sooooo gut. Das ist eine unbedingte Empfehlung von mir. Es ist jedes Mal verbindend und man erfährt richtig viel vom Anderen in fünf Minuten , wenn das Frage Antwort Spiel mal ausgehebelt ist.

Ausprobieren!!!

Wir machen es, wenn’s gut läuft, ein Mal die Woche und klar werden wir manchmal von einem Kind, das aufwacht unterbrochen und das erste halbe Jahr, als das dritte Kind da war, haben wir glaube ich gar keins geführt.

Aber hey! Ganz egal. Der Wille zählt und das merkt auch die Beziehung, die ein gewisses Mass an Pflege schon braucht, um nicht abzusaufen. Dass das Bewusstsein dafür da ist.

Nummer 4:

Mein persönlicher Joker sind noch ab und zu mal ein doofer zotiger Witz. 😂😂.  Damit bringe ich meinen Mann immer zum Lachen.

So dass DAS Thema zumindest verbal Raum bekommt, wo zeitlich naturgemäße Einschränkungen zu erwarten sind.

Und die Paarungszeit? Da geh ich jetzt erst mal nicht ins Detail.

Da dürfen wir alle selber kreativ sein♥️.

 

P.S.: Es kann sein, dass beim Zwiegespräch einer erst mal gar nicht viel zu sagen hat oder dieser extra geschaffene Raum sich merkwürdig anfühlt. Dann geht es zuallererst darum, DAS auszuhalten fünf Minuten lang. Diese Stille und das Schweigen. Das allein ist auch schon „eine Reise“ wert.

Eine Reise in die achtsame Gesprächskultur.

P.P.S.: Vielleicht schreibe ich meinem Mann auch mal wieder eine kleine Liebesbotschaft und versteckte sie in seiner Laptop Tasche für’s Büro…

to be continued

Ich freue mich über Feedback und ob ihr Euch inspiriert fühlt, Eurer Beziehung besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

 

 

 

Welcher Kindergarten ist denn jetzt der Beste?

Unser Weg durch den Dschungel der Kindergartenkonzepte

Auf der Suche nach einem guten halbtägigen Betreuungsplatz für unsere Kinder haben wir viele Tage der offenen Tür usw. besucht. Klar war, den Kindergarten brauchen nicht die Kinder, sondern ich zur Entlastung. Unsere Kinder sind alle grob zweieinhalb Jahre auseinander. Es gibt keine Verwandten in der Nähe und Privatbetreuung wird irgendwann einfach teuer. Institutionelle U3 Betreuung war nicht so unseres.

Wir haben viele soziale Kontakte und ein schönes Freundesnetzwerk aber: leider nicht in der unmittelbaren Nähe bzw. Nachbarschaft.

Also sind wir im Waldorfkindergarten gestartet. War in unserer Strasse und in der Spielgruppe waren wir auch schon. Ausserdem gefällt mir vieles an der Ästhetik, den Materialien und das ganzheitliche Konzept. Der ökologische Aspekt. Theater und Musik. Körperbildung bzw. Eurythmie. Die Truppe und die Leitung waren klasse. Antroposophisch und modern  geht also auch.

Waldfee, Sommer im Wald
Selbst gefilzt. Allerdings jetzt erst für den Waldkiga. Da haben wir auch einen Jahreszeitentisch.

Eine Woche Eingewöhnungsversuch. Tochterkind war drei.

War viel zu früh. Sie war weit weg von „dort bleiben wollen“.  Ich war sowieso mit Sohnkind, der damals eins war, noch zu Hause. Die Pädagogin meinte auch, es wär schön, wenn sie noch ein Jahr zu Hause bleiben könnte, wenn wir da keinen Druck haben. Also haben wir’s einfach gelassen. Ging dann auch gut und war sogar stärkend und schön für die Gescheisterbindung.

Mein Eindruck vom Waldorfkindergarten: Der absolut feste Tagesablauf dort lässt für mich wenig Platz für die Kinder. Auch wenn vieles ganz liebevoll gestaltet war. Ich finde Regelmässigkeiten im Tagesablauf auch wichtig aber dass alles komplett durchrhythmisiert war… das nimmt den Kindern doch auch Raum für eigene Impulse. Die wilden Jungs hatten meiner Beobachtung nach gar keinen rechten Platz dort und sprengten das enge Konzept. So mein Eindruck. Ich hatte ja auch noch den Sohn „in petto“, den konnte ich mir da gar nicht vorstellen. Vielleicht in jüngeren Jahren aber so ab fünf: gar nicht.

Früher gab es Ausserhausbetreuung in Waldorfeinrichtungen auch erst ab vier Jahren.  Davor war der beste Platz fürs Kind in der Familie. Das „behütet sein“, ist ein wichtiger Aspekt in dieser Pädagogik.

Hat sich aber auch geändert. Müssen sich auch an die Zeit anpassen, die „Waldis“.

Die Waldorf Krippe ist hier nämlich auch ums Eck. Ab einem Jahr.

By the way: gruselig, dass manche Eltern ihre Kinder schon mit ein paar Wochen in Institutionen betreuen lassen (müssen?). Und sogar Übernachtungen bieten viele Betreuungseinrichtungen inzwischen an. 🤤

Ade sichere Bindung : (.

Und ja, ich habe Verständnis für Alleinerziehende, KrankenpflegerInnen oder andere Schichtdienstler/innen aber nicht für den Staat, der die Betreuung in frühen Jahren durch die Familie nicht besser schützt und unterstützt.

2. Versuch Eingewöhnung

„Welcher Kindergarten ist denn jetzt der Beste?“ weiterlesen

Arschbook

Heute ( Juni) habe ich mich übel mit meinem Mann gestritten : (

Typischer Frauen/Männer/Mama/Papa Streit würde ich sagen.

Meine Beziehungspflegeaktionen lege ich sofort auf Eis, wenn ich mich unfair behandelt und dadurch verletzt fühle. Ich hab die Kinder eingepackt und bin gegangen. Dem Babysitter für unsere Paarzeit abgesagt. Tja. Mist.

Mein Mann hat sich vor ein paar Wochen den Fuss gebrochen, „Arschbook“ weiterlesen

Das böse Kind

Hauen, beissen, schlagen

„Zuerst hat er ihn mit Dreck beworfen und dann ist er weinend weggelaufen!“ erzählt mir empört der Papa von Xy.

Und er betont es so, als ob mein Kind (20 Monate), sein Kind (14 Monate) in bösartiger Absicht,

sozusagen um ihm weh zu tun,

erst mit Dreck beworfen hat und dann,

um es „immer noch böswillig“ zu verschleiern,

weinend zu mir gerannt kommt.

Der andere Junge weint auch.

Hat Erde in die Augen bekommen. Das tut ihm weh. Klar.

Die Szenerie, die dem vorausging: Beide Kinder waren unter ein paar Bäumen gewesen während wir mit den grossen Geschwistern fünf Meter weiter beschäftigt waren.

Die Kleinen waren unter sich sozusagen.

Was dann passiert: „Das böse Kind“ weiterlesen

Mein Sohn mag rosa Nagellack

Ein Beitrag zur Genderdebatte

„Mama, Feline hat gesagt, Jungs können keinen Nagellack tragen!“

Aha.

Das erzählt mir meine Tochter vor ein paar Tagen. Feline ist die zwei-Wochen Praktikantin im Waldkindergarten.

Ich spüre, wie Ärger in mir hochsteigt über diesen Satz der Praktikantin. Schon wieder ein Beispiel, wie verankert Rollenklischees und Schubladendenken bezüglich festgelegtem Geschlechterverhalten in unserer Gesellschaft ist. Und wie ungefiltert sie einfach auf unsere Kinder losgelassen werden. Aber ich weiss: „Mein Sohn mag rosa Nagellack“ weiterlesen