Eltern sein – Paar bleiben♥️

Eltern sein – Paar bleiben

Da saßen wir nun. Brotfertig, platt, leer vor uns hinstarrend. Ja, es ist manchmal nicht leicht als Paar noch existent zu sein, wenn man den Alltag mit drei Kindern und noch das Drumherum rocken muss. Abends liegen wir meistens kaputt auf der Couch, nachdem wir das Nötigste an Ordnung wieder hergestellt haben und versuchen noch sinnvolle Sätze zu formulieren.

Mit jedem Kind ist es gefühlt weniger Zeit, die wir exklusiv miteinander haben. Abends können nicht nur ein Kind, sondern drei  aufwachen und wollen wieder in den Schlaf begleitet sein. Abgesehen davon, dass wir sie alle drei erstmal INS Bett UND zum Schlafen bekommen müssen, ohne dass sich jemand eine ernsthafte orthopädische Verletzung holt auf dem Weg in die Horizontale.

Quiiie-bong-quiiie-bong!! um es mit Findus zu sagen.😼

Und ohne, dass einer von uns einen abendlichen Nervenzusammenbruch erleidet.

Alle drei Kinder sind bei uns familiengebettet und langzeitgestillt, das erschwert die Lage.

Oder erleichtert die Lage?

Bedürfnisorientierte Elternschaft

Bedürfnisorientierte Elternschaft bringt Entspannung ins Familienleben und davon profitieren alle. Auch die Paarbeziehung finde ich. Wie wichtig Entspannung für das Familienleben ist, kann sicher jeder nachvollziehen.

Und wie geht jetzt bedürfnisorientierte Elternschaft? Wie soll und kann das  gehen mit der Paarzeit als Eltern? Oder gar der Paarungszeit🙃?

Albträume, Magen-Darm, quersitzende Pupse, aktuell die Hitze usw.  potenziert mit dem Faktor 3 machen die Feierabende nicht so richtig planbar.

Man muss das schon wollen und auf dem Schirm haben bei all den Schauplätzen, um die sich gekümmert werden will in einer Familie mit Kindern.

Mit „das“ meine ich die Paarbeziehung.

Und das ist glaube ich der erste wichtige Punkt. Bewusstheit und der Wunsch als Paar zu existieren. Sich neu zu erfinden. Das nicht aus den Augen zu verlieren.

Zeitfenster effektiv nutzen.

Klingt unromantisch? Joa, ich kenne Romantischeres, als drei Kinder zu haben.

Bei uns sieht es so aus, dass wir wöchentlich eine Babysitterin haben, die an einem Tag um 17.30 für zweieinhalb Stunden kommt, dann gehen wir aus dem Haus. Essen gehen oder Minipicknick mit Decke auf der Wiese, Frühvorstellung im Kino. Galerie wäre auch denkbar. Was auch immer.

Und ja! Diese zwei Stunden sind gefühlt total wichtig!! Schaffen Raum für uns.

Punkt 2.

Sich den Raum nehmen.

Es gibt Tage, da können wir keine zwei Sätze miteinander sprechen, ohne durch irgendetwas unterbrochen zu werden.  Da sind zwei Stunden Qualitätszeit viel. Und eine Routine, in der wir unsere Beziehung als Paar, jenseits von Mama und Papa sein pflegen.

Bei uns ist das der Donnerstag. Wir besprechen grob das kommende Wochende sowie das Ein oder Andere, was uns alle betrifft aber vor allem verbringen NUR WIR ♥️♥️Zeit zusammen.

Das tut gut.

Punkt 3 auf der Agenda: Kurze Zwiegespräche.

Kurze WAS?

Zwiegespräche

Regelmässige Zwiegespräche nach Lukas Müller in einer von uns für Grossfamilien abgewandelten Form. Mein aboluter High Quality Geheimtip.

Das geht so:

Abwechselnd spricht jeder von sich fünf Minuten über folgende Themen:

1. Wie geht’s mir mit mir gerade? Was ist da los?

2. Wie geht’s mir mit dem Partner gerade? Was ist da so los?

3. Wie geht’s mir mit anderen Menschen in meinem Umfeld gerade?

Regeln:

einer guckt auf die Uhr und behält den Rahmen zeitlich im Auge.

Und: ganz wichtig ist die Form, WIE wir von uns sprechen. Nämlich gewaltfrei, d.h. in ICH Form, ohne den Anderen zu bewerten, zu beschuldigen, zu analysieren etc.

Wie geht es MIR mit…

Das ist erst mal schon eine Herausforderung. Weil wir das so nicht gewohnt sind. So zu kommunizieren.

Der letzte wichtige Punkt für die Gesprächstruktur ist, dass während des Zwiegesprächs nicht diskutiert, kommentiert etc. wird. Die Person, die nicht spricht hört NUR zu.

Dann direkt der Wechsel.

Das ganze Zwiegespräch dauert so ungefähr vierzig Minuten in unserer Variante. Angepasst ist es insofern, dass ursprünglich fünfzehn Minuten pro Thema pro Person angedacht sind, also insgesamt neunzig Minuten dauert. Für Grossfamilien finden wir fünf Minuten schon toll, ausserdem realistischer und:

WIRKLICH wahr!!! Effektiv und verbindend.

Es tut jedes Mal sooooo gut. Das ist eine unbedingte Empfehlung von mir. Es ist jedes Mal verbindend und man erfährt richtig viel vom Anderen in fünf Minuten , wenn das Frage Antwort Spiel mal ausgehebelt ist.

Ausprobieren!!!

Wir machen es, wenn’s gut läuft, ein Mal die Woche und klar werden wir manchmal von einem Kind, das aufwacht unterbrochen und das erste halbe Jahr, als das dritte Kind da war, haben wir glaube ich gar keins geführt.

Aber hey! Ganz egal. Der Wille zählt und das merkt auch die Beziehung, die ein gewisses Mass an Pflege schon braucht, um nicht abzusaufen. Dass das Bewusstsein dafür da ist.

Nummer 4:

Mein persönlicher Joker sind noch ab und zu mal ein doofer zotiger Witz. 😂😂.  Damit bringe ich meinen Mann immer zum Lachen.

So dass DAS Thema zumindest verbal Raum bekommt, wo zeitlich naturgemäße Einschränkungen zu erwarten sind.

Und die Paarungszeit? Da geh ich jetzt erst mal nicht ins Detail.

Da dürfen wir alle selber kreativ sein♥️.

 

P.S.: Es kann sein, dass beim Zwiegespräch einer erst mal gar nicht viel zu sagen hat oder dieser extra geschaffene Raum sich merkwürdig anfühlt. Dann geht es zuallererst darum, DAS auszuhalten fünf Minuten lang. Diese Stille und das Schweigen. Das allein ist auch schon „eine Reise“ wert.

Eine Reise in die achtsame Gesprächskultur.

P.P.S.: Vielleicht schreibe ich meinem Mann auch mal wieder eine kleine Liebesbotschaft und versteckte sie in seiner Laptop Tasche für’s Büro…

to be continued

Ich freue mich über Feedback und ob ihr Euch inspiriert fühlt, Eurer Beziehung besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

 

 

 

Welcher Kindergarten ist denn jetzt der Beste?

Unser Weg durch den Dschungel der Kindergartenkonzepte

Auf der Suche nach einem guten halbtägigen Betreuungsplatz für unsere Kinder haben wir viele Tage der offenen Tür usw. besucht. Klar war, den Kindergarten brauchen nicht die Kinder, sondern ich zur Entlastung. Unsere Kinder sind alle grob zweieinhalb Jahre auseinander. Es gibt keine Verwandten in der Nähe und Privatbetreuung wird irgendwann einfach teuer. Institutionelle U3 Betreuung war nicht so unseres.

Wir haben viele soziale Kontakte und ein schönes Freundesnetzwerk aber: leider nicht in der unmittelbaren Nähe bzw. Nachbarschaft.

Also sind wir im Waldorfkindergarten gestartet. War in unserer Strasse und in der Spielgruppe waren wir auch schon. Ausserdem gefällt mir vieles an der Ästhetik, den Materialien und das ganzheitliche Konzept. Der ökologische Aspekt. Theater und Musik. Körperbildung bzw. Eurythmie. Die Truppe und die Leitung waren klasse. Antroposophisch und modern  geht also auch.

Waldfee, Sommer im Wald
Selbst gefilzt. Allerdings jetzt erst für den Waldkiga. Da haben wir auch einen Jahreszeitentisch.

Eine Woche Eingewöhnungsversuch. Tochterkind war drei.

War viel zu früh. Sie war weit weg von „dort bleiben wollen“.  Ich war sowieso mit Sohnkind, der damals eins war, noch zu Hause. Die Pädagogin meinte auch, es wär schön, wenn sie noch ein Jahr zu Hause bleiben könnte, wenn wir da keinen Druck haben. Also haben wir’s einfach gelassen. Ging dann auch gut und war sogar stärkend und schön für die Gescheisterbindung.

Mein Eindruck vom Waldorfkindergarten: Der absolut feste Tagesablauf dort lässt für mich wenig Platz für die Kinder. Auch wenn vieles ganz liebevoll gestaltet war. Ich finde Regelmässigkeiten im Tagesablauf auch wichtig aber dass alles komplett durchrhythmisiert war… das nimmt den Kindern doch auch Raum für eigene Impulse. Die wilden Jungs hatten meiner Beobachtung nach gar keinen rechten Platz dort und sprengten das enge Konzept. So mein Eindruck. Ich hatte ja auch noch den Sohn „in petto“, den konnte ich mir da gar nicht vorstellen. Vielleicht in jüngeren Jahren aber so ab fünf: gar nicht.

Früher gab es Ausserhausbetreuung in Waldorfeinrichtungen auch erst ab vier Jahren.  Davor war der beste Platz fürs Kind in der Familie. Das „behütet sein“, ist ein wichtiger Aspekt in dieser Pädagogik.

Hat sich aber auch geändert. Müssen sich auch an die Zeit anpassen, die „Waldis“.

Die Waldorf Krippe ist hier nämlich auch ums Eck. Ab einem Jahr.

By the way: gruselig, dass manche Eltern ihre Kinder schon mit ein paar Wochen in Institutionen betreuen lassen (müssen?). Und sogar Übernachtungen bieten viele Betreuungseinrichtungen inzwischen an. 🤤

Ade sichere Bindung : (.

Und ja, ich habe Verständnis für Alleinerziehende, KrankenpflegerInnen oder andere Schichtdienstler/innen aber nicht für den Staat, der die Betreuung in frühen Jahren durch die Familie nicht besser schützt und unterstützt.

2. Versuch Eingewöhnung

„Welcher Kindergarten ist denn jetzt der Beste?“ weiterlesen

Arschbook

Heute ( Juni) habe ich mich übel mit meinem Mann gestritten : (

Typischer Frauen/Männer/Mama/Papa Streit würde ich sagen.

Meine Beziehungspflegeaktionen lege ich sofort auf Eis, wenn ich mich unfair behandelt und dadurch verletzt fühle. Ich hab die Kinder eingepackt und bin gegangen. Dem Babysitter für unsere Paarzeit abgesagt. Tja. Mist.

Mein Mann hat sich vor ein paar Wochen den Fuss gebrochen, „Arschbook“ weiterlesen

Das böse Kind

Hauen, beissen, schlagen

„Zuerst hat er ihn mit Dreck beworfen und dann ist er weinend weggelaufen!“ erzählt mir empört der Papa von Xy.

Und er betont es so, als ob mein Kind (20 Monate), sein Kind (14 Monate) in bösartiger Absicht,

sozusagen um ihm weh zu tun,

erst mit Dreck beworfen hat und dann,

um es „immer noch böswillig“ zu verschleiern,

weinend zu mir gerannt kommt.

Der andere Junge weint auch.

Hat Erde in die Augen bekommen. Das tut ihm weh. Klar.

Die Szenerie, die dem vorausging: Beide Kinder waren unter ein paar Bäumen gewesen während wir mit den grossen Geschwistern fünf Meter weiter beschäftigt waren.

Die Kleinen waren unter sich sozusagen.

Was dann passiert: „Das böse Kind“ weiterlesen

Glück ist…

… nicht etwas zu wissen, sondern es herauszufinden.

 

entdecken

Bildung.

Jeder spricht davon. Wie wichtig sie ist. Ohne Bildung keine Zukunft.

Was damit meistens gemeint ist: Schulbildung.

Was Bildung im bildungswissenschaftlichen Sinn ist, davon wird leider selten gesprochen. Nämlich ein Prozess, der in einem stattfindet, während aussen das Leben passiert.

Und umgekehrt. Beides miteinander verwoben. Ein aktiver Prozess.

Etwas, das fast wie von selbst passiert.

Nicht etwas, was von aussen in einen reingestopft werden kann oder gar muss.

Ein magisches Prozess quasi, der unsichtbar bleibt.

Eine Haltung, die sich daraus entwickelt.

Werte. „Glück ist…“ weiterlesen